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Was und wofür ist Mediation?

Mediation kennt man in vielen Kulturen und Mediation hat eine lange rechts- und kulturhistorische Tradition. Mediation war der Ursprung unseres Rechtssystems vor der Instututionalisierung des römischen Rechts. In Europa wurde dieses Verfahren in den 80er und 90er Jahren als eine Form der Konfliktbeilegung wiederentdeckt.

Was ist nun Mediation? Ganz allgemein gesagt: Mediation ist ein außergerichtliches Konfliktverfahren, in dem alle am Konflikt Beteiligten mit Unterstützung eines externen, allparteilichen Vermittlers, also eines Mediators, freiwillig, eigenverantwortlich und gemeinsam eine einvernehmliche Konfliktlösung erarbeiten. Die ersten Erfolge der Mediationspraxis in Deutschland verdanken wir vor allem den Bemühungen von Juristen und Soziologen, denen an „Alternativen in der Ziviljustiz“ gelegen war.

In der juristischen Konfliktbearbeitung geht vornehmlich um die Klärung der Rechtsgrundlagen für die Ansprüche von Parteien. Konflikte werden also „verrechtlicht“ und auf ein System von Anspruchsgrundlagen reduziert. Diese Vorgehensweise führt zu „Null-Summen-Spielen“ (was eine Partei gewinnt, verliert die andere). Der Vorteil dieser Methode liegt in der scheinbaren Beherrschabarkeit des Verfahrens und der Vorhersehbarkeit der Ergebnisse. Juristen und Seeleute wissen aber: "Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand".

Mediation ist ein Konfliktlösungsverfahren und zielt auf „Gewinner-Gewinner-Lösungen“
(also auf solche Konfliktlösungen, in denen alle beteiligten Parteien subjektiv mehr gewinnen als verlieren).
Es geht nicht um Recht und Rechtspositionen, sondern vor allem um die Interessen hinter den (verhärteten) Positionen, um (verletzte) Gefühle und Beziehungsmuster. Hieraus ist auch erklärlich, dass Mediation für all´ jene nützlich sein kann, denen an einer außergerichtlichen Regelung ihres Konflikts gelegen ist und die die Delegation eigener Angelegenheiten nicht fremden Entscheidungsträgern wie Gerichten, Vorgesetzten, Gutachtern oder Rechtsanwälten überlassen wollen. Die Wirtschaft hat schon lange erkannt, dass ein solches Verfahren die wechselseitigen Beziehungen schont und letztlich zum Vorteil aller Beteiligten genutzt werden werden kann. 

 
Die Konfliktpartner erarbeiten in der Mediation ihre eigentlichen Interessen, Wünsche und Ziele. Im Vordergrund steht nicht eine „Verteidigung“ der eigenen Position, sondern das (Er-)Finden verschiedener Optionen und Lösungsmöglichkeiten.
Inzwischen zeigt die Mediationspraxis, dass viele Mediationsverfahren von einer interdisziplinären Zusammenarbeit profitieren können: in spezifischen Fällen verlangt der Umfang bzw. die Komplexität eines Konflikts unterschiedliche Herangehensweisen. Ist das Mediatorenteam dann idealerweise interdisziplinär besetzt (z. B. mit Juristen, Psychologen, Soziologen), kommt dies allen am Prozess Beteiligten zugute.

Mediatoren im rechtsaudit:

RA Robert Haas            Eva Wolter            RA Wolfram Störmer

 

 
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